Bericht Jugendleiter 2. Spezialisierungsmodul
Die Wiedersehensfreude war groß, als sich die Teilnehmer des 2. Spezialisierungsmoduls am
Freitagabend in Albstadt trafen.
Der Großteil von uns war im Haus Hohenzollern untergebracht, in dem sich auch der Hörsaal II
befindet, in dem wir die meiste Zeit verbringen sollten.
Nach dem Beziehen der Zimmer trafen wir uns, wie könnte es in Albstadt anders sein, zum Essen.
Unsere Tische waren diesmal zu einer langen Tafel zusammengestellt, so dass sich immer wieder
neue Sitz- und Gesprächspartnerkombinationen ergaben, was den heiteren Erfahrungsaustausch sehr
begünstigte.
Frisch gestärkt fanden wir uns im Hörsaal ein und Sabine Rüthers startete mit einem kleinen
Kennenlernspiel. Warum wieder kennenlernen? Seit dem letzten Spezialisierungsmodul haben sich
noch weitere Interessenten für den Jugendleiter entschieden.
Im Anschluss erläuterten Ute Ruoß und Sabine Rüthers die Agenda des Wochenendes. Viel
Theorie stand auf dem Programm, so dass wir gleich in die pädagogischen und sozialen Aspekte
von Kinder- und Jugendangeboten einstiegen. Qualifikationen, Rolle und Selbstverständnis des
Jugendleiters bildeten die Kernthemen. Reflexion und Selbsteinschätzung haben einen gleichhohen
Stellenwert, wie pädagogische, fachliche und persönliche Kompetenzen.
Das VDST-Leitbild für Ausbilder rundete den ersten Teil des Abends ab.
Nach einer kurzen Pause führte uns Ute Ruoß in die Grundlagen der Kommunikation. Der Aufbau
eines Gesprächs, der Informationsweg zwischen Sender und Empfänger und das 4 Ohren Modell
nach Schulz von Thun zeigten die Komplexität der zwischenmenschlichen Kommunikation auf.
Die Ich- und Du-Botschaft rundete das Thema ab und gab Anlass das Erlernte umgehend beim
gemütlichen Ausklang des Abends umzusetzen.
Mit einem reichhaltigen Frühstück starteten wir in den zweiten Tag und in die Theorie. In die
Theorie mit Kindern, genauer, wie bringen wir den Kindern und Jugendlichen die Tauchtheorie bei.
Kindertaugliche Präsentationen sind bedingt einsetzbar, und ein Lückentext ist ansprechender als
MultipleChoise oder Textaufgaben und besonderen Spaß macht das Lernen der Themen, wenn
man selber experimentieren darf und die Effekte direkt erleben kann. Nach dem Durchlaufen
aller Versuchsstationen und dem Besprechen der Laufzettel folgten Gruppensituationen und
Gruppenspiele, bevor das Mittagessen lockte.
Den Rest der Mittagspause genossen wir diskutierend oder mit Badminton im Sonnenschein.
Thomas Schmitz führte uns dann durch die Thematik der Gruppenkonflikte. Nicht als Vortrag,
sondern unter Einbeziehung der Teilnehmer, durchlebten wir Gruppen- und Konfliktsituationen.
Dann ging es in Schwimmbad: Aufwärmen, Streckentauchen, ZickZackSchnorcheln und praktische
Versuche waren ein angenehmer Kontrast zum Hörsaal.
Und die Zeit verging so schnell, dass wir uns schon wieder bei Kaffee und Kuchen wiederfanden.
Im Anschluss bat uns Sabine hinaus und nach einem kleines Staffelspiel brachte sie uns an
der frischen Luft die Beziehung zwischen Jugend und Jugendleiter nahe. Unsere Motivation,
die Interessen und Erwartungen von Jugend und Jugendleiter, Ethik und Moral, sowie
Gewaltprävention und Leitungsstile umreißen diese Beziehung und die Mischung aus Vortrag und
Diskussion motivierte alle Teilnehmer.
Nach dem Abendessen folgte der zweite Teil der Gruppenkonflikte mit Konfliktbeispielen und einer
anschließenden, sehr angeregten Diskussionsrunde.
Nur eine kurze Umbaupause trennte uns von den rechtlichen Aspekten der Jugendarbeit, die
uns Michael Ruoß detailliert zu erläutern begann. Nach der Klärung einiger Begriffe folgten
Aufsichtspflicht und Haftung, sowie die Unterschiede der zivil- und strafrechtlichen Folgen, die
Vernachlässigung der Aufsichtspflicht und Haftung haben können.
Mit verschiedenen Spielen im Aufenthaltsraum startete der gemütliche Teil des Abends.
Wieder früh aus dem Bett, Betten abziehen, Bettzeug vor die Tür, Kofferpacken und dann erstmal
Frühstücken, so sah bei den meisten von uns der Sonntagmorgen aus.
Im Anschluss Gepäck ins Auto und den Schlüssel im Tresen versenkt, dann ab zum Hörsaal für den
zweiten Teil der rechtlichen Aspekte.
Michael führte und nochmal durch die Aufsichtspflicht und erläuterte das Jugendschutzgesetz,
so wie die Problematik des sexuellen Missbrauchs. Nachdem wir alle Stolperfallen und
Unwegbarkeiten der Jugendarbeit vor Augen hatten, zeigte uns Michael welche bestehenden
Versicherungen von VDST und WLSB uns und unsere Vereine im Zweifelsfall unterstützen.
Der Vortag endete mit einer beispielreichen Diskussion.
Nach kurzer Unterbrechung stellten Ute und Sabine die Projektaufgaben vor, die wir in Gruppen bis
zum Modul Qualifikationsnachweis umzusetzen haben.
Lehrgangs-T-Shirt, Fotokalender oder Tagesevent sind die Themen und wir haben uns recht
ausgewogen verteilt.
Mit dem Aufräumen und Ordnungmachen im Hörsaal endete das 2. Spezialisierungsmodul.
Wir verließen Albstadt mit frischem Wissen für unsere Jugendtätigkeit und mit der Vorfreude auf
das nächste Modul, das laut Plan viel mehr Praxis beihaltet.



